Auszug aus der peri­odi­schen Wir­kungs­mes­sung im Auf­trag des Bun­des­amts für Gesund­heit BAG

Mit der schritt­wei­sen Locke­rung der ursprüng­li­chen Mass­nah­men gegen die Aus­brei­tung des neuen Coro­na­vi­rus kommt die Corona-Pan­de­mie in der Schweiz in eine neue Phase. In dieser Phase rücken ergän­zende Mass­nah­men stär­ker in den Fokus, die ver­hin­dern sollen, dass es zu einem erneu­ten star­ken Anstieg an Anste­ckun­gen mit dem neuen Coro­na­vi­rus kommt. Ein viel dis­ku­tier­tes Thema in diesem Kon­text bilden Hygienemasken.

Im Rahmen der peri­odi­schen Wir­kungs­ana­lyse der Kam­pa­gnen­ar­beit des Bun­des­amts für Gesund­heit BAG wurde ein spe­zi­el­ler Fra­ge­block dieser The­ma­tik gewid­met. Beim vor­lie­gen­den Bericht han­delt es sich somit um einen Vor­aus­zug aus der zwei­ten ordent­li­chen Erhe­bung der Wir­kungs­mes­sung, die sich einem brei­ten Spek­trum von Fragen rund um die Prä­ven­ti­ons- und Kam­pagn­en­tä­tig­keit des BAG widmet. Dieser Vor­aus­zug auf Basis einer reprä­sen­ta­ti­ven Befra­gung der Wohn­be­völ­ke­rung macht deut­lich, dass hier­zu­lande dif­fe­ren­zierte und prag­ma­ti­sche Ein­stel­lun­gen zur Hygie­ne­maske bestehen.

Hygie­ne­mas­ken sind in der Schweiz nach wie vor nur wenig ver­brei­tet. Es zeigen sich aller­dings sehr mar­kante Unter­schiede zwi­schen den Sprach­re­gio­nen: In der ita­lie­nisch­spra­chi­gen Schweiz trägt fast die Hälfte der Bevöl­ke­rung zumin­dest teil­weise eine Maske, in der Deutsch­schweiz nur jede zehnte Person. Die Ver­brei­tung der Hygie­ne­mas­ken, aber auch die Hal­tun­gen dazu kor­re­spon­die­ren stark mit der unter­schied­li­chen Betrof­fen­heit der Sprach­re­gio­nen durch das neue Coro­na­vi­rus. Ent­spre­chende Unter­schiede zeigen sich auch in der Hal­tung zu einer Mas­ken­trag­pflicht. Diese wird vor allem in der Deutsch­schweiz weit kri­ti­scher gese­hen als in der latei­ni­schen Schweiz. Gene­rell gilt jedoch, dass die Schwei­zer Bevöl­ke­rung in dieser Frage keine Pau­schal­ur­teile fällt. Aus Sicht der Be-frag­ten hängt die Not­wen­dig­keit zum Mas­ken­tra­gen vom Kon­text ab. Eine gene­relle Trag­pflicht von Hygie­ne­mas­ken im öffent­li­chen Raum sowie am Arbeits­platz wird abge­lehnt. Dem­ge­gen­über spricht sich eine klare Mehr­heit dafür aus, dass Masken bei per­sön­li­chen Dienst­leis­tun­gen getra­gen werden müssen, bei denen die Min­dest­ab­stände nicht ein­ge­hal­ten werden können. Das gilt abge­schwächt auch für den öffent­li­chen Ver­kehr. Umstrit­ten ist die Trag­pflicht in Laden­ge­schäf­ten und an Aus­bil­dungs­stät­ten. Nur die wenigs­ten Befrag­ten sehen das Tragen von Hygie­ne­mas­ken für alle Erwach­se­nen glei­cher­mas­sen als ange­zeigt. Hygie­ne­mas­ken werden ganz gene­rell vor allem als eine ergän­zende Mass­nahme gegen die Aus­brei­tung des neuen Coro­na­vi­rus ange­se­hen und nicht primär als Schutz vor einer Ansteckung.

Der Vor­aus­zug ist in Zusam­men­ar­beit meh­re­rer Insti­tu­tio­nen ent­stan­den: Der Fra­ge­bo­gen sowie der Fra­ge­block zu Hygie­ne­mas­ken wurde vom BAG gemein­sam mit der For­schungs­stelle sotomo ent­wor­fen. Die Online-Befra­gung wurde vom 19. bis zum 23. April 2020 durch die Demo SCOPE AG durch­ge­führt, aus­ge­wer­tet und danach gra­fisch auf­be­rei­tet. Die inhalt­li­che Ana­lyse und Ein­ord­nung erfolgte schliess­lich durch Michael Her­mann (sotomo).

Den gesam­ten Bericht können Sie hier her­un­ter­la­den (PDF).

Mehr aus unse­rem Port­fo­lio finden Sie hier.