Die Studie «Immi­gra­tion 2030 – Sze­na­rien für die Zür­cher Wirt­schaft und Gesell­schaft» unter­sucht, wie sich die Zuwan­de­rung in den Wirt­schafts­raum Zürich lang­fris­tig ent­wi­ckeln könnte und welche wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen bei unter­schied­li­chen Sze­na­rien zu erwar­ten sind. Das Basis‐Szenario ent­spricht dabei dem erwar­te­ten Trend, das Boom‐Szenario unter­sucht, welche Situa­tion auf Zürich zukäme, wenn der Boom der zehn Jahre vor 2008 unge­bremst wei­ter­ginge, und das Konvergenz‐Szenario steht für eine Anglei­chung unter den euro­päi­schen Län­dern, sodass die Zuwan­de­rung aus diesen Län­dern plötz­lich nicht mehr so selbst­ver­ständ­lich wäre.

Die neue Zuwan­de­rung, die je nach Sze­na­rio 2030 unter­schied­lich prä­gend sein wird, bringt Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen für den Wirt­schafts­raum Zürich mit sich. Die Chan­cen liegen in einer erhöh­ten inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz­fä­hig­keit, der Option, zu einer Metro­po­li­tan­re­gion von euro­päi­scher Bedeu­tung her­an­zu­wach­sen und damit den Wohl­stand zu mehren. Die Ein­hei­mi­schen dürf­ten auch davon pro­fi­tie­ren, dass die Lebens­qua­li­tät zu einem wich­ti­gen Stand­ort­fak­tor wird, Mass­nah­men zur Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf Auf­trieb erhal­ten, die demo­gra­fi­sche Alte­rung gemil­dert wird, Sozi­al­werke und die Steu­er­zah­len­den ten­den­zi­ell ent­las­tet werden und die sozia­len Dis­pa­ri­tä­ten eher abneh­men. Her­aus­for­de­run­gen sind, dass die Zuwan­de­rung vor allem kurz­fris­tig Arbeits­lo­sig­keit und Löhne nega­tiv beein­flus­sen kann, wobei dies vor allem die aus­län­di­schen Hoch­qua­li­fi­zier­ten selbst betrifft. Auf dem Woh­nungs­markt kann es zu Ver­drän­gungs­ef­fek­ten kommen, und die Wahr­schein­lich­keit zuneh­men­der Zer­sie­de­lung steigt, wenn es nicht gelingt, über raum­pla­ne­ri­sche Steue­rung eine Ver­dich­tung in den Zen­tren umzu­set­zen. Auch die Kar­rie­re­chan­cen der Ein­hei­mi­schen gera­ten infolge der inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz unter Druck. Beides sind Ele­mente, die neue Über­frem­dungs­ängste aus­lö­sen können. Ins­ge­samt sind die posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen der Immi­gra­tion nicht kos­ten­los zu haben, sie bedin­gen ins­be­son­dere auch eine gute Inte­gra­tion.

Hand­lungs­be­darf ortet die Studie weni­ger beim recht­li­chen Rahmen als darin, die arbeits­markt­na­hen Steue­rungs­op­tio­nen von den flan­kie­ren­den Mass­nah­men bis zum Bil­dungs­sys­tem zu ver­bes­sern und das Bevöl­ke­rungs­wachs­tum in den Zen­tren raum­pla­ne­risch effek­tiv zu beglei­ten. Im eige­nen Inter­esse gilt es, die Ent­ste­hung einer völlig von der loka­len Rea­li­tät abge­ho­be­nen, geo­gra­fisch unge­bun­de­nen Elite zu ver­mei­den und statt­des­sen die vielen Poten­ziale der Zuge­wan­der­ten über (tem­po­räre) Inte­gra­tion frucht­bar zu machen.

Der fun­da­men­tale Wandel in der Kom­bi­na­tion von Zuwan­de­rung und wirt­schaft­li­chem Struk­tur­wan­del ist in vielen Köpfen noch gar nicht ange­kom­men. Dies sollte sich ändern; denn die Immi­gra­tion 2030 kann sich posi­tiv auf Wirt­schaft und Gesell­schaft des Wirt­schafts­raums Zürich aus­wir­ken. Die Wir­kung hängt jedoch stark davon ab, ob nicht nur die Chan­cen betont, son­dern auch die Her­aus­for­de­run­gen gemeis­tert werden. Für die nöti­gen Rah­men­be­din­gun­gen sind die Wei­chen heute zu stel­len.

Die gesamte Studie können Sie hier her­un­ter­la­den (PDF).

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