Stadt-Land-Monitor 2025

Das Spannungsfeld zwischen Stadt und Land akzentuiert sich. Immer mehr Menschen sehen in diesem Gegensatz eine Belastungsprobe für die Schweiz. Auch wenn die meisten der Ansicht sind, ihre Wohngemeinde sei städtischer geworden, identifizieren sich immer mehr mit dem ländlichen Pol des politischen Stadt-Land-Gegensatzes. Dies und viel mehr zeigt der fenaco Stadt-Land-Monitor, der seit 2021 die Reibungspunkte und das Miteinander von städtischer und ländlicher Schweiz untersucht und so einen Beitrag zum besseren Verständnis leisten will.

In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo publiziert fenaco zum dritten Mal den Stadt-Land-Monitor. Die dritte Ausgabe des Monitors setzt den Schwerpunkt beim Bevölkerungswachstum und dem Wandel der Lebensqualität in Stadt und Land. Dabei zeigt sich ein bemerkenswerter Kontrast: Einerseits sind die meisten Menschen in der Schweiz kritisch eingestellt gegenüber dem raschen Bevölkerungswachstum. Andererseits sind viele der Ansicht, die Lebensqualität in der eigenen Umgebung entwickle sich positiv. Ausgerechnet in jenen Gemeinden, die in den letzten zehn Jahren überdurchschnittlich gewachsen sind, nehmen besonders viele eine Verbesserung der Lebensqualität wahr. Am unzufriedensten mit der Entwicklung ihres Wohnorts sind hingegen Personen in Gemeinden, deren Bevölkerung stagniert oder abnimmt.

Obwohl das Wachstum in der Schweiz lokal offenbar gut bewältigt wird, bewertet eine grosse Mehrheit das Bevölkerungswachstum in der Schweiz als Ganzes negativ – der Begriff «Bevölkerungswachstum» löst bei vielen ungute Assoziationen aus. Aus Sicht der Befragten liegt die optimale Bevölkerungszahl bei etwas mehr als 8 Millionen Menschen – also deutlich unter den über 9 Millionen, die es heute sind. Die Vorstellung einer Schweiz mit 10 Millionen Menschen wirkt für viele bedrohlich und gleichzeitig geht eine Mehrheit davon aus, dass diese Grenze vor 2050 überschritten wird. Zumindest in einer Hinsicht sind sich Stadt und Land trotz aller politischer Differenzen für einmal einig: Sie verbinden Wachstum zurzeit eher mit Herausforderungen als mit Chancen.

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