Sex in der Schweiz

Eine zufäl­lig aus­ge­wählte erwach­sene Frau in der Schweiz hatte in ihrem bis­he­ri­gen Leben mit sechs Per­so­nen Geschlechts­ver­kehr, der Durch­schnitts­mann mit sieben. Dies zeigt die die Studie «Sex in der Schweiz». Die For­schungs­stelle sotomo hat im Auf­trag der «Love Life»-Kampagne fast 30’000 Men­schen online befragt und reprä­sen­ta­tiv gewich­tet. Doch die Zahl der Sexu­al­part­ner ist alles andere als gleich­mäs­sig ver­teilt. Fast jede fünfte Person hatte bereits mit 20 oder mehr Per­so­nen Sex. Beson­ders viele Sexu­al­part­ner haben Männer, die für Sex bezah­len sowie Frauen mit einer bise­xu­el­len und Männer mit einer homo­se­xu­el­len Iden­ti­tät. Wäh­rend Bil­dungs­ab­schlüsse keine Rolle spie­len, zeigt die Befra­gung, dass Gross­städ­ter und Gross­städ­te­rin­nen sowie Men­schen aus der Roman­die etwas mehr Sexu­al­part­ner haben als jene aus den ande­ren Regio­nen der Schweiz.

Viele der Befrag­ten ver­mu­ten, dass Männer bei der Angabe der Sexu­al­part­ner eher über‐, Frauen dage­gen eher unter­trei­ben. Die Studie macht deut­lich, dass es sich dabei um ein unbe­grün­de­tes Vor­ur­teil han­delt. Werden nur hete­ro­se­xu­elle Männer und Frauen ver­gli­chen, die nicht für Sex bezah­len, ergibt sich bei beiden Geschlech­tern exakt der­selbe Durch­schnitts­wert von 1,33 Sexu­al­part­nern im Jahr. Dies wider­legt das Vor­ur­teil und ent­spricht der Erwar­tung, dass im hete­ro­se­xu­el­len Kon­text jeweils meist genau ein Mann und eine Frau zusam­men­tref­fen.

Wenn es um die Zahl der Sexu­al­part­ner geht, neigt die schwei­ze­ri­sche Bevöl­ke­rung nicht so sehr zum Unter‐ oder Über­trei­ben als viel mehr zum Schwei­gen. Über 40 Pro­zent spre­chen nicht einmal mit ihrer festen Part­ne­rin oder ihrem festen Part­ner über die Anzahl der bis­he­ri­gen Sexu­al­part­ner. Geschwie­gen wird oft aber auch dann, wenn es die Gesund­heit des festen Part­ners oder der festen Part­ne­rin betrifft: Von jenen, die neben ihrer festen Part­ner­schaft mit einer ande­ren Person unge­schütz­ten Sex hatten, ver­schweigt die Hälfte dies. Nur 10 Pro­zent der Männer und 20 Pro­zent spre­chen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über ihr Sexu­al­ver­hal­ten. Immer­hin 40 Pro­zent der Befrag­ten möch­ten aber, dass sie von medi­zi­ni­schem Fach­per­so­nal auf ihr Sexu­al­ver­hal­ten und den damit ver­bun­de­nen Gesund­heits­ri­si­ken aktiv ange­spro­chen werden.

In dieser Studie geht es aber nicht nur um die Zahl der Sexu­al­part­ner und um Fragen der Gesund­heits­prä­ven­tion, son­dern auch um die Viel­falt des Lie­bes­le­bens in der Schweiz und sie zeigt zum ersten Mal eine Sex‐Geographie der Schweiz.

Die gesamte Studie können Sie hier her­un­ter­la­den (PDF): DE/FR/IT

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2018-06-15T15:18:51+00:00