Wahlbarometer Oktober 2017

Die Wähleranteile aller Par­teien sind seit 2015 erstaun­lich stabil geblie­ben. Während sich bei Wahlen in den Nachbarländern (Frank­reich, Deutsch­land und Österreich) mas­sive Ver­schie­bun­gen in den Wählerpräferenzen erga­ben, ist die Schweiz ein Hort der Stabilität: Die Gewinne bzw. Ver­luste der Par­teien fallen im inter­na­tio­na­len Ver­gleich höchst beschei­den aus. Gleich­wohl gibt es Gewin­ner wie auch Ver­lie­rer. Drei Par­teien können im Ver­gleich zu ihrem Ergeb­nis von 2015 zule­gen: Die Grünen, die GLP und die FDP. Bei der FDP setzt sich der auf­stei­gende Trend, der sich bereits vor den natio­na­len Wahlen 2015 abzeich­nete, weiter fort. Sie kommt neu auf 17.1 Pro­zent. Die Grünen können ihre Stim­men­ver­luste von 2015 bei­nahe wieder wett­ma­chen und erzie­len aktu­ell einen Wähleranteil von 8.1 Pro­zent. Auch die GLP kann um +0.8 Pro­zent­punkte zule­gen. Die BDP hin­ge­gen gehört zu den aktu­el­len Ver­lie­rern. Sie ver­liert im Ver­gleich zu 2015 noch­mals und liegt nun bei 3.4 Pro­zent. Die SVP bleibt zwar wei­ter­hin die klar wählerstärkste Partei, muss indes­sen einen Ver­lust von -0.7 Pro­zent­punk­ten hin­neh­men. Auch die SP ver­liert im aktu­el­len SRG SSR Wahl­ba­ro­me­ter (-1.1 Pro­zent­punkte). Die CVP schliess­lich hat den ersehn­ten Tur­naround noch nicht geschafft und liegt nach Ver­lus­ten der­zeit bei 10.9 Pro­zent.

Das The­men­feld Migra­tion (Migration/Asyl/Flüchtlinge) steht an erster Stelle der Sor­gen­rang­liste der Wählenden. Mit der Schlies­sung der Balkan-Route und dem (zwi­schen­zeit­li­chen) Rückgang der Flüchtlingszahlen hat dieses The­men­feld aller­dings an Viru­lenz eingebüsst. An zwei­ter Stelle ran­giert die Gesund­heits­po­li­tik. Die kurz vor der Erhe­bung erfolgte Ankündigung stei­gen­der Krankenkassenprämien dürfte sich erheb­lich auf das Ergeb­nis aus­ge­wirkt haben. Auch die Einschätzung des Pro­blem­felds «Sozi­al­po­li­tik (AHV, etc.)» – auf Platz drei des Sor­gen­rankings – dürfte unter dem gegenwärtig star­ken Ein­druck der eben geschei­ter­ten Ren­ten­re­form stehen. Umwelt, Ener­gie und Klima sind eben­falls Themen, die beschäftigen. Auch hier ist ein Anstieg im Ver­gleich zu 2015 zu beob­ach­ten. Wie so oft dürften hier­bei exo­gene Ereig­nisse wie der Berg­sturz von Bondo oder der Hur­ri­kan Irma eine Rolle gespielt haben. Bemer­kens­wert ist zudem, dass einer der Dau­er­bren­ner unter den Sorgen – die Angst vor einem Ver­lust des Arbeits­plat­zes – die Wählenden der­zeit nicht allzu stark umtreibt. Nur gerade acht Pro­zent der Teil­nah­me­wil­li­gen gab eine Arbeits­markt­be­zo­gene Sorge als Haupt­pro­blem an.

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Bild: Parlamentsdienste 3003 Bern
2017-10-20T12:51:23+00:00