Gemeinnütziges Wohnen im Fokus. Ein Vergleich zu Miete und Eigentum

Die Studie im Auf­trag des Bun­des­amts für Wohungs­we­sen BWO unter­sucht die Ent­wick­lung der Woh­nungs­si­tua­tion in der Schweiz mit einem spe­zi­el­len Fokus auf gemein­nüt­zi­ges bzw. genos­sen­schaft­li­ches Wohnen. Die Ana­lyse beschränkt sich jedoch nicht auf das gemeinnützige Wohn­seg­ment, son­dern bietet einen sys­te­ma­ti­schen Ver­gleich des gemeinnützigen Woh­nens mit kon­ven­tio­nel­len Miet­woh­nun­gen und selbst­be­wohn­tem Wohn­ei­gen­tum.

Gut vier Pro­zent der Woh­nun­gen in der Schweiz sind gemeinnützig orga­ni­siert. Die Genos­sen­schafts­woh­nun­gen sind dabei sehr ungleich im Raum ver­teilt. Ihr Anteil ist in den gros­sen Kernstädten um den Faktor zehn grösser als im ländlichen Raum. In den Genos­sen­schaf­ten hängt die Zahl der Per­so­nen im Haus­halt am stärksten von der Wohnungsgrösse ab. Ins­be­son­dere werden grössere genos­sen­schaft­li­che Woh­nun­gen inten­si­ver genutzt als ent­spre­chende Woh­nun­gen der ande­ren Eigen­tums­for­men. Offen­bar errei­chen die bei Genos­sen­schaf­ten ver­brei­te­ten Bele­gungs­vor­schrif­ten ihren Zweck. Aus­ser­halb der urba­nen Zen­tren ver­brau­chen Genos­sen­schaf­ten im Ver­gleich zu den ande­ren Eigen­tums­for­men beson­ders wenig Boden.

Gene­rell liegen die Net­to­mie­ten ver­gleich­ba­rer Woh­nun­gen tiefer, wenn sie im Rahmen des gemeinnützigen Woh­nungs­baus anstatt als kon­ven­tio­nelle, pro­fit­ori­en­tierte Miet­woh­nun­gen erstellt wurden. Im Ver­gleich der Sied­lungs­ty­pen sind Preis­un­ter­schiede zwi­schen den Eigen­tums­for­men in den Grossstädten am grössten. Hier liegt der Qua­drat­me­ter­preis kon­ven­tio­nel­ler Miet­woh­nun­gen 24 Pro­zent über dem von Genos­sen­schaf­ten. Während sich, wie oben gezeigt, der spar­same Boden­ver­brauch von Genos­sen­schaf­ten vor allem aus­ser­halb der Zen­tren bemerk­bar macht, tun es die tiefen Miet­preise vor allem inner­halb.

Die Zusam­men­set­zung der Bewoh­ner­schaft unter­schei­det sich nach Eigen­tums­form. So weisen Genos­sen­schaf­ten und selbst­be­wohn­tes Eigen­tum ein etwas brei­te­res Alters­spek­trum auf als die kon­ven­tio­nelle Miete. In jedem fünften genos­sen­schaft­li­chen Ein­per­so­nen­haus­halt lebt jemand, der oder die über 80 Jahre alt ist. Sys­te­ma­ti­sche Unter­schiede zeigen sich in der sozia­len Zusam­men­set­zung. Der Anteil der Per­so­nen mit einem tiefen Bil­dungs­ni­veau ist in den Genos­sen­schaf­ten am höchsten, im selbst­be­wohn­ten Eigen­tum am tiefs­ten. Dies obwohl sich die Genos­sen­schaf­ten in urba­nen Zen­tren kon­zen­trie­ren, wo ein hohes Bil­dungs­ni­veau besteht. Zur Abschätzung der ökonomischen Situa­tion wurde im Rahmen dieser Studie ein Berufsstatus-Index berech­net. Dieser zeigt, dass in den preisgünstigen Genos­sen­schafts­woh­nun­gen überproportional viele Per­so­nen mit gerin­ge­ren finan­zi­el­len Res­sour­cen leben.

Mehr Infor­ma­tio­nen zur Studie finden Sie auf der Web­site des BWO.

Die gesamte Studie können Sie hier her­un­ter­la­den (PDF).

2017-11-16T12:48:35+00:00