SVV Sicherheitsmonitor 2018

Sicher­heit und Frei­heit sind für die Men­schen in der Schweiz eng mit­ein­an­der ver­bun­den. Der im Juni 2018 erst­mals publi­zierte «SVV Sicher­heits­mo­ni­tor» macht ein aus­ge­präg­tes Sicherheitsbedürfnis sicht­bar. Er zeigt aber auch eine tiefe Ver­an­ke­rung des Respekts punkto per­sön­li­cher Frei­heit und dem Prin­zip der Eigen­ver­ant­wor­tung in der Schwei­zer Bevöl­ke­rung.

No‐go‐Areas auch in der Schweiz

Zwar fühlen sich die meis­ten Befrag­ten sicher, auch wenn sie nach Ein­bruch der Dun­kel­heit in der eige­nen Wohn­ge­gend zu Fuss unter­wegs sind; den­noch geben 27 Pro­zent der Männer und sogar 53 Pro­zent der Frauen an, gewisse Orte aus Sicherheitsgründen zu meiden. No‐go‐Areas für Frauen sind dabei häufig ver­las­sene Orte, zum Bei­spiel Unterführungen oder Park­häu­ser. Auf­fäl­lig ist, dass sich nicht nur Frauen, son­dern auch poli­tisch rechts­ste­hende Per­so­nen überdurchschnittlich häufig nicht an bestimmte Orte wagen. Im zwei­ten Fall sind es jedoch eher «Pro­blem­quar­tiere» und andere städ­ti­sche Gebiete, die gemie­den werden.

Zunahme extremer Naturereignisse befürchtet

Geht es um die Ein­schät­zung von per­sön­li­chen Risi­ken im Leben, steht der Arbeits­platz­ver­lust an erster Stelle: 21 Pro­zent gehen hier von einem gros­sen mit­tel­fris­ti­gen Risiko aus. Weit weni­ger gefürchtet wird ein Angriff auf Leib und Leben (9 %). Gemes­sen an der tat­säch­li­chen Häu­fig­keit, wird das Risiko eines Angriffs auf Leib und Leben den­noch beson­ders oft überschätzt. Ähn­lich oft überschätzt wird nur das Risiko, von einem extre­men Natur­er­eig­nis betrof­fen zu sein. Hier gehen jedoch drei Vier­tel der Befrag­ten davon aus, dass die Häu­fig­keit sol­cher Ereig­nisse zuneh­men wird.

Eigenverantwortung statt Verbote

Trotz ver­brei­te­tem Sicherheitsbedürfnis gibt es keine Mehr­heit für eine poli­zei­li­che Onlineüberwachung ohne kon­kre­ten Tat­ver­dacht. Gar nur 19 Pro­zent der Befrag­ten sind für ein Verbot von Base‐Jumping, einer Risi­ko­sport­art, die regel­mäs­sig töd­li­che Unfälle nach sich zieht. Ein­griffe in die per­sön­li­che Frei­heit werden nicht ohne Wei­te­res hin­ge­nom­men. Zugleich gehen jedoch viele davon aus, dass wer in seinem Leben beson­dere Risi­ken ein­geht, auch selber dafür Ver­ant­wor­tung übernehmen soll.

Verunsicherung bezüglich Altersvorsorge

Das Prin­zip der Eigen­ver­ant­wor­tung zeigt sich auch in der finan­zi­el­len Lebens­si­che­rung. Bei einer finan­zi­el­len Not­lage steht für die meis­ten zuerst das eigene Ersparte, dann die Fami­lie und erst an letz­ter Stelle der Sozi­al­staat im Fokus. Den­noch ist die Sorge um das finan­zi­elle Netz der Lebens­si­cher­heit weit ver­brei­tet. Nur 36 Pro­zent sehen heute ihr Sicherheitsbedürfnis bezüglich Alters­vor­sorge befrie­digt. Drei Vier­tel gehen davon aus, dass in Zukunft weni­ger Geld für die AHV‐Renten zur Verfügung stehen wird.

Die Studie wurde im Auf­trag des Schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rungs­ver­ban­des (SVV), dem Dach­ver­band der Pri­vat­as­se­ku­ranz, durch­ge­führt. Fach­lich beglei­tet wurde sotomo von der Dozen­tur Mili­tär­so­zio­lo­gie der Mili­tär­aka­de­mie (MILAK) an der ETH Zürich.

Die gesamte Studie können Sie hier her­un­ter­la­den (PDF): DE/FR. Eine Kurz­fas­sung finden Sie hier (PDF): DE/FR/IT/EN

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2018-06-15T14:58:17+00:00