Das erste SRG Wahl­ba­ro­me­ter im Wahl­jahr 2019 zeigt zwei Par­teien, die im Ver­gleich zu den Wahlen 2015 ihren Wähleranteil deut­lich aus­bauen können. Am meis­ten Zuwachs ver­zeich­nen zur­zeit die Grünen mit einem Plus von 2,4 Pro­zent­punk­ten. Gefragt nach ihrer aktu­el­len Wahl­ab­sicht geben 9,5 Pro­zent die Grüne Partei an. Damit liegt die Partei nur einen Zehn­tel­punkt unter ihrem Rekord­ergeb­nis von 2007. An zwei­ter Stelle folgen die Grünliberalen. 6,4 Pro­zent der akti­ven Stimm­be­rech­tig­ten geben zur­zeit an, die GLP wählen zu wollen. Dies ent­spricht einem Plus von 1,8 Pro­zent­punk­ten im Ver­gleich zu den Wahlen 2015.

Bereits im SRG Wahl­ba­ro­me­ter vom Okto­ber 2018 hatte sich ein Trend hin zu den beiden Par­teien mit einem expli­zit ökologischen Profil ange­deu­tet. Dieser Trend hat sich seit­her deut­lich verstärkt. Im letz­ten Wahl­ba­ro­me­ter ver­zeich­ne­ten die Grünen und Grünliberalen zusam­men ein Plus von 2,7 Punk­ten, aktu­ell sind es 4,2. Nach­dem beide Par­teien bei den Wahlen 2015 einen Dämpfer erlebt hatten, scheint das grüne Label wieder «In» zu sein.

Grösste Ver­lie­re­rin und Gewin­ne­rin zugleich ist gemäss Umfrage die SVP. Mit einem Minus von 2,4 Pro­zent­punk­ten muss sie aktu­ell mit dem grössten Ver­lust aller Par­teien rech­nen. Mit einem erwar­te­ten Wähleranteil von 27 Pro­zent bleibt sie jedoch unan­ge­foch­ten die stärkste Partei.

Die Krankenkassenprämien sind aus Sicht der Stimm­be­rech­tig­ten wei­ter­hin eine Top-Her­aus­for­de­rung. Fast jede zweite befragte Person (47 %) zählt die hohen Kosten im Gesund­heits­be­reich zu den drei wich­tigs­ten Pro­ble­men und Her­aus­for­de­run­gen der Schwei­zer Poli­tik. Anders als beim letz­ten Wahl­ba­ro­me­ter vom Okto­ber 2018 sind die Krankenkassenprämien jedoch nicht mehr das allei­nige Top-Thema. Wesent­lich häufiger als noch im Herbst werden als grosse Her­aus­for­de­rung die Bezie­hun­gen zur EU genannt.

Stark an Bedeu­tung gewon­nen hat in den ver­gan­ge­nen Mona­ten auch der The­men­be­reich Kli­ma­wan­del und zwar von 30 auf 38 Pro­zent Nen­nun­gen. Die Kli­ma­po­li­tik hat dabei die Reform der Alters­ver­sorge vom Podest gestos­sen. Gene­rell hat das Ren­ten­thema, obwohl poli­tisch noch nicht wirk­lich gelöst, aus Sicht der Wählenden an Dring­lich­keit ver­lo­ren.

Diese Trends zeigen, dass sich das aktu­elle the­ma­ti­sche Umfeld mehr und mehr von jener The­men­lage ent­fernt, welche die Wahlen 2015 prägte. Damals spielte die Ökologie kaum eine Rolle, während die Migra­tion die poli­ti­sche Debatte domi­nierte. Die Flüchtlingskrise sowie die ungelöste Umset­zung der Mas­sen­ein­wan­de­rungs­in­itia­tive prägten damals die Stim­mung in der Schweiz. Das ehe­ma­lige Top-Thema Zuwan­de­rung und Ausländer lag beim letz­ten Wahl­ba­ro­me­ter auf dem drit­ten Platz. Seit­her ist es sogar auf den fünften Rang im The­men­ranking abge­rutscht.

Den gesam­ten Bericht können Sie hier her­un­ter­la­den (PDF). Eine Kurz­ver­sion in fran­zö­si­scher Spra­che finden Sie hier (PDF).

Bild: Par­la­ments­dienste 3003 Bern
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