Zeitstudie

Zeit gilt im Volks­mund oft als kost­bars­tes Gut. Im Auf­trag der Kran­ken­kasse KPT hat die For­schungs­stelle sotomo 7958 Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer zu ihrem Umgang mit der Zeit befragt: Wie brin­gen sie die Ansprüche der ver­schie­de­nen Lebens­be­rei­che unter einen Hut? Bei wel­chen Tätigkeiten ver­ges­sen sie die Zeit und wann führt Lan­ge­weile dazu, dass diese nicht ver­strei­chen will? Es geht in der Unter­su­chung aber auch um Fragen wie: Wer trägt heute noch eine Arm­band­uhr und wie viele Einträge finden sich in einem typi­schen Ter­min­ka­len­der. Die vor­lie­gende Studie unter­sucht das Phänomen der Zeit aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven und fügt diese zu einem Porträt des Umgangs der Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer mit der Zeit zusam­men.

Zwei von drei Erwach­se­nen sind häufig wegen Zeit­man­gel gestresst. An einem typi­schen Tag unter der Woche stehen einer erwach­se­nen Person gemäss Selbsteinschätzung durch­schnitt­lich knapp fünf Stun­den für Essen, Fern­se­hen, und Hob­bies zur Verfügung. Den­noch fehlt fast neun von zehn Erwach­sen oft die Zeit für Dinge, die ihnen eigent­lich wich­tig wären. Zeit­stress hat einen nega­ti­ven Ein­fluss auf die Zufrie­den­heit mit der Lebens­si­tua­tion. Wer seine Lebens­be­rei­che im Ein­klang hält und selten oder nie in Zeit­stress gerät, hat vier Mal häufiger eine hohe Lebens­zu­frie­den­heit als jemand, der aus zeit­li­chen Gründen oft gestresst ist. Eine Aus­nahme bilden aller­dings die Eltern. Eltern von Kin­dern oder Babys im Kin­des­al­ter sind zwar deut­lich gestress­ter als Erwach­sene ohne Kinder, zugleich jedoch auch deut­lich zufrie­de­ner mit ihrer Lebens­si­tua­tion.

Auf die offene Frage nach der Tätigkeit, mit der im Leben am meis­ten Zeit ver­schwen­det wurde, gibt ein Vier­tel der Befrag­ten spon­tan die Erwerbs­ar­beit an. Kaum jemand findet dage­gen, dass er oder sie zu wenig Zeit in die Arbeit inves­tiert habe. Da erstaunt es nicht, dass zwei Drit­tel der Vollerwerbstätigen ihr Pensum gerne redu­zie­ren würden – wenn sie denn die freie Wahl hätten. Dass sie es nicht tun, macht deut­lich, dass finan­zi­elle Gründe und womöglich auch gesell­schaft­li­che Erwar­tun­gen, diesem stil­len Wunsch ent­ge­gen­wir­ken. Gefragt nach den Dingen, die im Leben zeit­lich zu kurz gekom­men sind, meint jede zweite Person in der Schweiz, sie hätten gerne mehr Reisen unter­nom­men und sich lieber öfters in ein Aben­teuer gestürzt.

Die gesamte Studie können Sie hier als PDF her­un­ter­la­den (PDF): DE/FR

2017-10-30T09:59:07+00:00