Sozialgeografische Studien

sotomo untersucht gesellschaftliche und demografische Dynamiken auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen. Unsere Studien geben Antworten auf Fragen, wie sich die Bevölkerungszusammensetzung einer Gemeinde verändert, wie die Wanderungsbilanz eines Kantons aussieht oder wie die Bevölkerungsstruktur in einer Stadt kleinräumig differenziert ist.

Sozialgeografie Schlierens

Im Auftrag der Stadt Schlieren hat sotomo im März 2014 die Entwicklung von Schlieren aus sozialgeografischer Perspektive analysiert. Die Studie ist Teil einer umfassenden Evaluation, welche als Grundlage für das neue Stadtentwicklungskonzept von Schlieren dient.

Bis 2008 hat sich die Einwohnerzahl Schlierens in etwa im Gleichtakt mit dem gesamten Kanton Zürich bewegt. Seither erlebt die Stadt einen einzigartigen Wachstumsboom, der weit über dem Niveau der Region, des Kantons und der Schweiz liegt. Zentrale Gründe dieser Wachstumsdynamik sind eine starke internationale Zuwanderung und eine verstärkte Reurbanisierung. Als Nachbarstadt Zürichs ist Schlieren Ausweichstandort für die «Opfer» der Verdrängung aus der Kernstadt. Andererseits wird Schlieren als Folge der sich ausdehnenden Kernzone Zürichs selber immer zentraler und urbaner und als solches als Wohnstandort attraktiver.

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Wichtigste Zu- und Wegzugsregionen Schlierens

Download der Studie (PDF)

Regionale Disparitäten: Entwicklung der Agglomerationen Bern und Freiburg im Vergleich

Für die Regionalkonferenz Bern Mitteland haben wir die Entwicklung der Region Bern untersucht. Mit einem Bevölkerungswachstum von +4% in den letzten 30 Jahren bildet Bern das Schlusslicht unter den 13 grösseren Agglomerationen. Der grosse Kontrast zur Entwicklung des Nachbarkantons Freiburg ist augenfällig. In der Agglomeration Freiburg ist das Arbeitsplatz- und Bevölkerungswachstum überdurchschnittlich. Unsere These ist, dass Bern sein Bevölkerungswachstum nach Freiburg exportiert. Gründe sind eine 20% tiefere Steuerbelastung in Freiburg, fehlende Baulandreserven und Widerstand der Bevölkerung gegenüber Einzonungen in Bern.

Entwicklung VZA und Bevölkerung in den Agglos
Arbeitsplatz- und Bevölkerungswachstum der Agglomerationen im Vergleich

agg_pop_wachstumDas Wachstum der Agglomeration Freiburg ist überdurchschnittlich – Bern bildet das Schlusslicht

Zuwanderung im Kanton Aargau

Im Auftrag des Kantons Aargau hat sotomo untersucht, wie sich die Zuwanderung auf die Bevölkerungsentwicklung des Kantons auswirkt. Es wurde u.a. analysiert, welchen Einfluss die Zuwanderung auf die Demographie und das Mobilitätsverhalten der Aargauer Bevölkerung hat. Die Studie zeigt, dass die Zuwanderung zu einer Verjüngung des Kantons Aargau führt. Die grösste wanderungsbedingte Bevölkerungszunahme ist bei den 25-bis 40-Jährigen zu beobachten. Hingegen gibt es eine Nettoabwanderung – vor allem aus den ländlichen Regionen – in den Altersklassen zwischen 20 und 30 Jahren in Zentren anderer Kantone.

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Wanderungssaldo nach Altersklassen und Herkunftskanton

Bei der Untersuchung des Mobilitätsverhaltens fällt auf, dass Zugezogene häufiger den öffentlichen Verkehr benutzen als im Kanton Aargau Ansässige.

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Modalsplit: bei Zugezogenen ist der öV-Anteil deutlich höher als bei Ansässigen