Motivanalyse Altersvorsorge 2020

Im Rahmen der Befragung des SRG SSR Wahlbarometers wurden die Stimmberechtigten nach den wichtigsten Gründen für ihre Zustimmung bzw. Ablehnung der Vorlage zur Altersvorsorge 2020 befragt. Die Befragung erfolgte in der Woche nach der Abstimmung. Dies erlaubte eine zeitnahe Erfassung dieser Motive.

Bei diesem Kurzbericht handelt es sich um einen Vorabauszug aus dem ersten SRG SSR Wahlbarometer der Legislaturperiode 2017-2019. Sein Inhalt bildet eine Zusatzanalyse zum eigentlichen Wahlbarometer. Thema sind die Motive, die dem Entscheid der Stimmenenden bei der Abstimmung zur Altersreform vom 24. September 2017 zugrunde liegen.

Bei den Ja-Stimmenden dominieren drei Motive. Sie stellen die anderen fünf in den Schatten. Für insgesamt 54 Prozent der Befürwortenden bildet die Dringlichkeit einer Reform der Altersvorsorge ein zentrales Motiv für ihre Zustimmung. Je die Hälfte dieser 54 Prozent wählte die Aussage «Es braucht dringend eine Reform» in erster sowie in zweiter Priorität. Dies heisst, dass hier weniger die konkreten Inhalte als der Prozess im Vordergrund stand. Auch beim Motiv mit der zweithäufigsten Nennung geht es eher um den Prozess als um die konkreten Inhalte der Vorlage: 47 Prozent der Ja-Stimmenden haben nicht zuletzt deshalb ja gesagt, weil sie die Vorlage als einen «ausgewogenen Kompromiss» betrachten. Dieses Motiv wurde etwas häufiger als zweite denn als erste Priorität genannt. Beim am dritthäufigsten gewählten Motiv geht es stärker um die inhaltliche Dimension der Vorlage. 43 Prozent geben an, dass die «Sicherung der AHV-Finanzierung» für die Zustimmung ein zentrales Motiv war. Auch hier handelt es sich eher um ein übergeordnetes, abstraktes Motiv. Die konkreten Aspekte der Reform, etwa die Angleichung des Rentenalters der Frauen an die Männer wird demgegenüber vergleichsweise selten genannt.

Während drei Gründe für die Zustimmung zur Reform den Ausschlag gaben, sind die Gründe für die Ablehnung breiter verteilt. Statt drei sind es hier sechs Motive, die von mindestens einem Fünftel der Befragten als zentral eingestuft wurden. Kein ablehnendes Motiv erreicht dieselbe Bedeutung wie die drei Hauptmotive auf der Befürworterseite. Dennoch gibt es ein Motiv, das von fast 40 Prozent der Nein-Stimmenden als zentral für ihre Ablehnung der Reform angesehen wird. Es ist dies der vieldiskutierte «70-Franken- AHV-Zuschlag nach dem Giesskannenprinzip» für Neurentner. Für 39 Prozent der Nein-Stimmenden war es ein zentrales Motiv für ihre Ablehnung.

Den gesamten Kurzbericht können Sie hier herunterladen (PDF).

2017-10-11T11:33:32+00:00